Wenn alles zu viel wird

sich selbst heilen

Wenn alles zu viel wird - echten Trost finden

Spannung, Depression, Erschöpfung, nichts geht mehr. Ausgebrannt, dysfunktionales Verhalten, Zigaretten, Alkohol, Drogen. Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen mit Begriffen, wie "krank" und ungenügend man sein kann. In der Not greifen Menschen zu jedem Strohhalm, um ihr Dasein ertragen und weitermachen zu können. Manche Halme machen die Sache noch schlimmer, andere sind sozial geächtet und verurteilt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich manchmal einfach "nicht klarkomme", ohne genau zu wissen, warum. Immer wieder werde ich zurückgeworfen auf mich selbst, auf körperliche Empfindungen und Gefühle, die, halb bewusst, schwer erträglich oder einfach in vielen Kontexten unangebracht scheinen. Das kann nach zu viel Sport sein, in einem höllischen Bewerbungsgespräch oder bei einem seltsam schwer zu ertragendem Familienfest.

Wenn Halt und Raum für Gefühle fehlt

Was fehlt mir also? Wir sind Menschen. Heutzutage sind wir gerne super fitte Sportskanonen mit definierten Oberarmen, super fitte Leistungsträger in der Wirtschaft, grandios im Bett oder aber voll spirituell auf der Suche nach Gott im Conscious Sex. Da kann man leicht übersehen, dass wir neben Proteinshakes, dem nächsten Skillset und stylishen Outfits auch menschliche Bedürfnisse haben, die weniger schick sind. Kuscheln zum Beispiel, sich an einer Schulter ausweinen Dürfen, sich anlehnen, nichts können. Das wird auch gerne mal abfällig mit "bedürftig" übersetzt. Dabei ist Trost ein simples menschliches Bedürfnis, das immer wieder auftritt. Wer geht aber heute noch zum Seelsorger? Oder hat eine Mutter, bei der er den Kopf auf den Schoß legen kann? Das Wort Trost läuft mir heutzutage eigentlich nur auf Beerdigungen über den Weg. Deswegen schreibe ich diesen Artikel - um Dir Mut zu machen, Dich Deinen Verletzungen zu- statt abzuwenden. Es spielt keine Rolle, wie groß Dein Kummer ist - ob er "berechtigt" ist. Er ist da, also sei für Dich da und sei gut zu Dir.

Vom Riesenteddy über Freunde bis zum Bonding

Sich fallen lassen, mit jemandem sein, der Dich so nimmt, wie Du Dich gerade fühlst. Für viele Menschen ist das Bedürfnis und Herausforderung zugleich. Wenn Dir Kontakt mit anderen Menschen gerade schwer fällt, kannst Du mit einem großen Teddybären anfangen. Setz Dich in seine Arme, oder lege ihn hinter Dich, als ob der Dich löffeln würde. Das ist ein guter Weg, sich von anstrengenden Erfahrungen zu erholen und Halt zu fühlen.
Wenn Du mit einem Freundeskreis gesegnet bist, in dem Du Dich offen mitteilen und zeigen kannst, ist es ebenso schön, danach zu fragen, gehalten zu werden. Du kannst Deinen Kopf auf den Schoß legen oder Dich im Liegen Löffeln lassen. Eine wunderbare, wenn auch für viele Menschen im ersten Moment (zu) intim wirkende Haltung, ist es, wie ein großes Baby Herz an Herz mit dem Haltenden zu liegen. Das heißt, eine Person setzt sich hin, die andere bringt ihren Oberkörper vor die Brust der sitzenden und lässt ihre Beine seitlich liegen. So kann der Haltende, mit Unterstützung eines Kissens, den Anderen "wie ein Baby" halten und wiegen. Das Ganze ist so entspannend und die Akkus aufladend, dass Du Dich wundern wirst, wie gut es Dir tut. Diese Halte-Übung habe ich beim Bonding gelernt. Das ist die "Halte-Therapie". Wenn es in Deiner Stadt ein entsprechendes Angebot gibt, kannst Du zu Bonding-Abenden oder Workshops gehen und dort tatsächlich Liebe tanken. (In Berlin zB. bei Astrid Vlamynck)
Egal ob Mann, Frau, alt oder jung, allen tut Gehalten werden gut. Es ist dabei einfach, praktisch - und günstig. Also, tu Dir was Gutes. Wenn Dir gehalten werden erstmal zu weit weg, weil peinlich erscheint, versuche es mit einem verlängerten Umarmen zur Begrüßung.

 

alles zu viel
In diesem Fall hat Ted der Bär mich gebeten, ihn mal in den Arm zu nehmen.

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