Was fehlt mir eigentlich?

geist heilen

Alle suchen doch irgendetwas. Die große Liebe, den großen Erfolg, die tiefe Erkenntnis, den nächsten Job, den nächsten Kick. Und obwohl unsere relativ wunderbare deutsche Wohlstandsgesellschaft ein ganzes Gesundheitssystem und eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann, zur Verfügung stellt, fehlt mir oft etwas.

Wenn ich abends allein zuhause bin, mache ich mir viele kleine Essenshäppchen und knalle mich mit dem iPad aufs Sofa. Dort mampfe ich dann vor mich und schalte ab. Diese Angewohnheit war viele Jahre meine einzige Möglichkeit, um irgendwie runter zu kommen. Dabei ist sie nicht besonders toll. Nach einer jahrelangen, meist privaten Odyssee mit Suchtmitteln wie Marihuana, Tabak oder Alkohol, war diese Variante schon sehr gesund. Aber auch nicht wirklich erfüllend.

Ich habe mir dann erstmal 5 Atemzüge angewöhnt. Beim Zubereiten des Essens, während ich schon die ersten Stücken Schokolade inhalierte, trat ich bewusst auf dem Fleck. Fünf Atemzüge lang. Und hörte in mich hinein. Versuchte, mich zu verstehen. Ich hatte Angst, war aufgeregt. War auf der Flucht. Aber wovor? Hmm. Jetzt aber Häppchen!

Bewusstes Innehalten war definitiv ein wichtiger Schritt. Wenn ich Lichtsprache nutze, weil ich merke, dass ich wieder flüchte, setze ich mir den Atemsatz. Er hat eine blaue Form im Wurzelchakra, welche „die spirituelle Uhr des Einzelnen ehrt“. Auf Deutsch: bleib, wo Du bist, wie und wer Du gerade bist. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, was es heißt, runterzukommen. Zu Atmen. Geräusche der Umgebung zu hören. Meine Gefühle wahrzunehmen. Und mitzubekommen, womit ich eigentlich noch beschäftigt bin. Ich brauche manchmal Tage im Bett, um gemachte Eindrücke zu verarbeiten. Dann kommen auch Einsichten und Entscheidungen wie von selbst, die ich vielleicht sonst mit Coaching-Programmen oder Selbst-Optimierung forcieren wollte.

Was fehlt mir nun? Alles und nichts. Manchmal ist es meine eigene Aufmerksamkeit für mich selbst. Manchmal möchte ich mit meiner geliebten Partnerin kuscheln – aber nur, wenn sie grad nicht sauer ist, dass ich lieber Häppchen esse, statt mit ihr tanzen zu gehen. Manchmal fehlt mir, jemandem etwas nicht gesagt zu haben. Mal fehlt mir, allein zu sein, dann wieder fehlt mir jemand, der da ist. Sollte ich jemals eine Kneipe aufmachen heißt sie „FehlBar“.

Ich glaube, wir sind sehr seelische Wesen. Leicht zu beeindrucken und mit allerlei Schnickschnack und blöden Ideen leicht zu verführen. Man kann Lebenszeit verschwenden, ohne je einmal bei sich selbst anzukommen. Ich glaube, das fehlt mir.

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