die Milch macht’s – gut oder schlecht?

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die Milch macht’s – gut oder schlecht?

An der Milch scheiden sich die Geister. Ayurveda und Yoga rühmen „Golden Milk“ als wunderbares Stärkungsmittel. Indes gibt es scheinbar immer mehr Lactose-Intolerante, die Milch den Kälbern überlassen wollen. Ich war verwirrt und schreibe hier, in welcher Form die Milch mir hilft und wann sie  schadet.

Die Weisen und Vernünftigen unter Euch wussten es wahrscheinlich schon längst: die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Für mich ist es aber nach wie vor verwirrend, wie viele unterschiedliche Aussagen es über Milch gibt. Ist sie nun gut, oder schlecht?

Zuerst einmal die positive Seite. Milch an sich wirkt stärkend und nährend, da sind sich sowohl Ayurveda als auch TCM einig. Milch in guter Qualität wirkt beruhigend und baut Gewebe auf. Was aber ist gute Qualität? Die beste Milch ist unbehandelt, sogenannte Vorzugsmilch. Wer keinen Milch-Bauern als Freund hat, bekommt Vorzugsmilch aber nur sehr schwer. Sie ist für den Handel wegen der geringen Haltbarkeit unattraktiv und deswegen selten im Angebot. Sie wird zwar von verschiedenen Autoren empfohlen, ist mir aber in den letzen 5 Jahren nur ein einziges Mal in einem kleinen Laden in Hamburg begegnet. Die beste Alternative gibt es in Bio-Märkten wie BioCompany oder Denn’s. Sie hat 3,8% Fett und ist pasteurisiert, aber nicht homogenisiert.
Nun habe ich also Milch in guter Qualität zuhause. Was mache ich damit? Trinken. Warm oder kalt? Am besten warm.

Milch lecker und nährend Zubereiten

Gerade weil Milch so reichhaltig und nahrhaft ist, muss sie leichter verdaulich gemacht werden. Wenn sie nur schwer im Magen liegt, kann der Körper nichts damit anfangen. Die große Menge an potenzieller Energie wird nicht verwertet und belastet die Energiebilanz in Form von Verdauungsschlacke, für deren Verarbeitung der Körper mehr Energie aufwenden muss, als er bekommt. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Maß und die Zubereitung sind der Schlüssel, damit Milch positiv wirken kann. Deswegen koche ich die Milch auf. Am besten sogar zweimal. Dann wirkt sie leichter und ich habe nicht so sehr das Gefühl, nach dem Trinken schleimig umnachtet zu sein. Gewürze wie Zimt, Kurkuma, Kardamom oder Muskat mitzukochen wird sowohl im Ayurveda als auch von der TCM empfohlen, um die Milch leichter verdaulich zu machen. Das scheint mir sinnvoll, aber den Effekt wirklich nachempfinden kann ich selten. Am ehesten, wenn ich mir bewusst viel Zeit nehme, um in Ruhe mein Getränk zu schlürfen.

Wenn Milch schlecht wird

Ich finde das Bild vom Verdauungsfeuer nützlich, das sich an einem Batzen Nahrung abarbeiten muss. Es erklärt nämlich recht simpel die Symptome, die Milchunverträglichkeit mit sich bringt. Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Magenschmerzen, Darmgeräusche, Völlegefühl. Die Milch wird zuviel für die Verdauung. Das merke ich schnell, wenn ich kalte Milch trinke. Oder, noch schlimmer, bei kalten Kalorienbomben mit industriell verarbeiteten Produkten wie Milchshakes. Da kommen zwei schlimme Faktoren zusammen. Erstens, kalte Milch, die schwer verdaulich ist. Zweitens, Lebensmittel, die schon viele Maschinen einer Industrieanlage gesehen haben und dem Namen Nahrungsmittel nicht gerecht werden. Wenn schon kalte Milch dem Verdauungsfeuer Probleme bereitet, kannst Du Dir ausmalen, wie sehr dem Körper fremde Zusatzstoffe und stark verarbeitete Stoffe Dir schaden. Tatsächlich fühle ich mich allgemein klarer und zufriedener, wenn ich über die Woche verteilt wenig bis keine Milchprodukte esse – und stattdessen vor allem frisch Gekochtes. Milchunverträglichkeit ist manchmal nur die Spitze eines Eisberges aus Überforderung des Körpers und der Verdauung. Je schlechter es um das Verdauungsfeuer steht, desto eher macht Milch Probleme.

die gute Milch zur richtigen Zeit

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Und dann wäre da noch der richtige Moment.  Als Tageszeit bieten sich der Nachmittag (Vata-Zeit) und der Abend, bzw. vorm ins Bett gehen an. Gerade, wenn ich nervlich angeschlagen und dünnhäutig bin, ist eine (kleine) Tasse Milch mit Ghee und Honig sehr wohltuend. Viele Quellen weisen darauf hin, dass der Honig nicht in kochend heiße Milch gegeben werden sollte, da er so Verdauungsschlacken produziert. Ob das so stimmt, konnte ich per Gefühl noch nicht herausfinden. Allerdings ist Zuckerrübensirup eine schmackhafte Alternative zu Honig, die nicht so „schwer“ ist. Allgemein gesagt, ist die Abend-Milch gut für intellektuell Arbeitende, eher schlanke und nervöse Typen. Zum Frühstück ist sie mir nicht tauglich, weder warm z.B. als Haferbrei, noch kalt mit Müsli oder Flakes.

Fazit: ich benutze Milch nur sehr sparsam als kleines Stärkungsritual an stürmischen Abenden. Dafür koche ich sie mit Gewürzen auf und süße sie (keinesfalls mit weißem Zucker).

Rezept:

Eine Tasse Milch mit einer Prise Zimt und Kurkuma aufkochen und abkühlen lassen, bis sie lauwarm ist. Mit Zuckerrübensirup oder Honig süßen und verrühren. Entspannt und in Ruhe trinken.

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